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Das bin ich in höchsteigener Person. Gern hätte ich meine
Großmutter - aber sie wehrte ab und meinte ... eine Großmutter in einer
Illustrierten ... sie hatte auch Bedenken von wegen Eitelkeit und so
weiter ... kurz und gut, sie sträubte sich, "mitzumachen". |
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So sah der erste Hohnsteiner Kasper aus. Sein Gewand ist
heute arg zerschlissen. Das zeugt davon, dass er viele Abenteuer darin
bestanden hat und jetzt verdienterweise nach einem bewegten Bühnenleben
im Hohnsteiner Atelier ausruhen darf. |
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Das ist ein anderer "Ahnherr", der auch schon
pensioniert ist. 1925 schon lachte er von der Bühne herab die Menschen
an. Und er selbst lächelt auch heute noch munter über das
Menschentreiben. |
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Auch dieser Kasper ruht sich aus. Er hat als "Till
Eulenspiegel" den Holzköpfen auf der Bühne und den Zuschauern davor
etwa um 1930 herum die Wahrheit gesagt. |
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Die Rolle des "Eulenspiegel" hat Kasper immer sehr
geliebt, erkannte er in Till doch seinen großen Bruder. So kehrte er im
Jahre 1950 herum im Narrenkleide wieder auf die Bühne zurück und fand,
dass sich wenig im Laufe der Zeiten ändert. Seine Meinung blieb
unverändert: "Da laufen sie hinter Till her! Es ist seltsam, dass
die Menschen so gerne hinter den Narren herlaufen!" |
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Der "Faust-Kasper" |
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Den Kindern zeigt sich Kasper, wie drei Aufnahmen anstelle
von vielen beweisen, in bunten Kleidern, geblümt, gepunktet, gestreift,
immer lustig in den Farben. Wo die Kasperglocke läutet, wo Kasper sein
Lied erschallen lässt, wo er erscheint, da strömen im die Kinder zu, da
lachen sie mit ihm, da bangen sie um ihn, wenn er in Gefahr kommt, und da
helfen sie ihm mit lautem Zuruf und sind glücklich, wenn er aus allen
Abenteuern siegreich hervorgeht. Und das Kasperlied "Tratratrallala"
kennen sie alle und singen es begeistert mit. |
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Fast wie ein Harlekin gewandet ist Kasper in der
musikalischen Pantomime "Der klingende Teppich". In ihr nimmt
Kasper sich die Freiheit - trotz Pantomime - einige erläuternde Worte zum
Publikum zu sagen: "In diesem Spiel wird nichts gesprochen. Das ist
eine hohe Kunst. Habt Ihr schon mal probiert, zwei Stunden lang den Mund
zu halten? - Das müsst Ihr mal tun. Dann merkt Ihr erst, wie viel dummes
Zeug man in der kurzen Zeit hätte sagen können." |
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Als Muselmann in dem Spiel "Der Rubin" nach dem
gleichnamigen Märchen (und Lustspiel) von Friedrich Hebbel kugelt Kasper
sich vor Vergnügen darüber, dass die Menschen so sehr am Besitz hängen
und macht sich Hebbels Rat zu eigen: "Wirf weg, damit du nicht
verlierst! Das ist die beste Lebensregel." |
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In der bunten Welt zu Schilda erscheint Kasper in blendendem
Weiß und gibt an die in Wahrheit klugen "Schildbürger" den
Rat: "Seid närrisch. Und haltet der Welt den Narrenspiegel vor.
Erkennt sie sich darin, so ist das Narrenspiel ihr bester Ratgeber."
Ach ja, der Schildbürgerkasper ist wohl eine Lederhaut - er hat
nämlich Lederohren!
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Als Jägerbursch, an dessen Kappe allerdings die Schellen
klingeln, sorgt Kasper im Spiel "Die Sage vom Freischütz"
dafür, dass der Max seine Agathe bekommt. Tausende von Malen hat das
fröhliche Stück die Zuschauer entzückt. |
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Und noch einmal Kasper mit der Schellenkappe. Diesmal von
französischem Tailleur gewandet für das Spiel "Des Kaisers neue
Kleider", das in Zusammenarbeit mit Jean Loup Temporal, Paris,
inszeniert und in einer gemischten deutsch-französischen Gruppe unter dem
Namen "Europäische Puppenspiele" aufgeführt wurde. Kasper
sprach aber auch in diesem Falle Deutsch und verstand sich mit seinem
französichem Kollegen glänzend. |
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In der Narrenkappe geht Kasper gern durch die Welt,
insbesondere dann, wenn er in einem Stück wie dem "Puppenspiel von
Dr. Faust" auftritt. Er ist in diesem alten spectaculum kräftiger
Widerpart der Hölle. Dennoch kann er das "erschröckliche Ende des
weitbeschreyten Zauberers" nicht verhindern, weswegen Kasper seiner
Gretel am Schluss des Spiels dann auch erklärt: "Ich wollt dem Faust
ja gerne helfen; aber der glaubte an gar nichts mehr. Da konnte selbst der
Kasper nicht mehr helfen." |
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Als entlassener Soldat wandert Kasper durch das Spiel
"Der Bärenhäuter" und ist der gute Begleiter und Ratgeber für
seine Kameraden, den Titelhelden, um den Teufel zu überlisten und die
Braut zu gewinnen. |
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Kasper als Knappe indem romantisch-satirischen Spiel
"Undine 60", in dem er sogar gepanzert als Ritter erscheint,
obgleich er gar nicht kriegerisch gesinnt ist. Er sagt: "Liebe
Menschen! Habt bitte keine Angst. Ich sehe zwar aus wie ein Raubritter,
bin aber hier im Schloss nur der Empfangs-Chef. Ich fühle mich in meiner
Sonntagsnachmittagsuniform gar nicht wohl. Ich muss aber so erscheinen,
weil das Protokoll es so verlangt." |
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In Dreispitz und Perücke, ganz höfisch, präsentiert sich
Kasper in Eichendorffs Puppenspiel "Das Inkognito". Kasper
meint:
"Steht mir ganz gut, so ein alter Zopp und so eine Perücke,
trotzdem sie, genau genommen, ja nur eine falsche Behauptung ist. Aber
ohne diese falsche Behauptung könnte ich meine Rolle nicht spielen. Unser
Stück spielt nämlich in Regierungskreisen. Und in denen kann ja mancher
seine Rolle nicht ohne falsche Behauptung spielen."
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Im Kabarettprogramm "Kurioses Kaleidoskop" ist
Kasper Bühnenarbeiter und Ansager zugleich. Er misst alle
Zeiterscheinungen und findet viele maßlos. Mir wenn er die Puppenbühne
ausmisst, dann stellt er fest: "Bei den Holzköpfen stimmt´s
noch." |
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Im Spiel "Höllenspuk auf höchster Ebene" ist
Kasper Schornsteinfeger aus Überzeugung, damit er, wie er sagt: "den
Leuten aufs Dach steigen - und wenn´s Not tut - ihnen auch mal auf die
Köppe spucken kann!" |
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Foto: Jens Welsch
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Der Kasper, wie ihn heute jedermann aus dem Fernsehen kennt,
den gibt es sogar dreimal. Für die Filmaufnahmen wurden zwei Handpuppen
und eine Marionette angefertigt. |
| Quelle der Fotos und Texte, soweit nicht anders angegeben: :
Der) Die) Ein) Hohnsteiner Kasper, Freundeskreis der Hohnsteiner
Puppenspiele, Jahresgabe 1966.
Die Aufnahmen machten Freunde der Hohnsteiner Bühnen. Leider lassen
sich die Fotografen nicht mehr feststellen.
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