Kaspergalerie

 

Home
Nach oben

____________

Diese Seite wird statistisch aufbereitet mit Google-Analytics

*   *   *

Links:

Hamburger
Puppentheater

*   *   *

Puppenspiel-
Portal

*   *   *

Unima
Deutschland

 

 

 

 

 

Das bin ich in höchsteigener Person. Gern hätte ich meine Großmutter - aber sie wehrte ab und meinte ... eine Großmutter in einer Illustrierten ... sie hatte auch Bedenken von wegen Eitelkeit und so weiter ... kurz und gut, sie sträubte sich, "mitzumachen".

 

 

So sah der erste Hohnsteiner Kasper aus. Sein Gewand ist heute arg zerschlissen. Das zeugt davon, dass er viele Abenteuer darin bestanden hat und jetzt verdienterweise nach einem bewegten Bühnenleben im Hohnsteiner Atelier ausruhen darf.

 

 

Das ist ein anderer "Ahnherr", der auch schon pensioniert ist. 1925 schon lachte er von der Bühne herab die Menschen an. Und er selbst lächelt auch heute noch munter über das Menschentreiben.
Auch dieser Kasper ruht sich aus. Er hat als "Till Eulenspiegel" den Holzköpfen auf der Bühne und den Zuschauern davor etwa um 1930 herum die Wahrheit gesagt.
Die Rolle des "Eulenspiegel" hat Kasper immer sehr geliebt, erkannte er in Till doch seinen großen Bruder. So kehrte er im Jahre 1950 herum im Narrenkleide wieder auf die Bühne zurück und fand, dass sich wenig im Laufe der Zeiten ändert. Seine Meinung blieb unverändert: "Da laufen sie hinter Till her! Es ist seltsam, dass die Menschen so gerne hinter den Narren herlaufen!"

 

 

Der "Faust-Kasper"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

Den Kindern zeigt sich Kasper, wie drei Aufnahmen anstelle von vielen beweisen, in bunten Kleidern, geblümt, gepunktet, gestreift, immer lustig in den Farben. Wo die Kasperglocke läutet, wo Kasper sein Lied erschallen lässt, wo er erscheint, da strömen im die Kinder zu, da lachen sie mit ihm, da bangen sie um ihn, wenn er in Gefahr kommt, und da helfen sie ihm mit lautem Zuruf und sind glücklich, wenn er aus allen Abenteuern siegreich hervorgeht. Und das Kasperlied "Tratratrallala" kennen sie alle und singen es begeistert mit.

Fast wie ein Harlekin gewandet ist Kasper in der musikalischen Pantomime "Der klingende Teppich". In ihr nimmt Kasper sich die Freiheit - trotz Pantomime - einige erläuternde Worte zum Publikum zu sagen: "In diesem Spiel wird nichts gesprochen. Das ist eine hohe Kunst. Habt Ihr schon mal probiert, zwei Stunden lang den Mund zu halten? - Das müsst Ihr mal tun. Dann merkt Ihr erst, wie viel dummes Zeug man in der kurzen Zeit hätte sagen können."

 

 

Als Muselmann in dem Spiel "Der Rubin" nach dem gleichnamigen Märchen (und Lustspiel) von Friedrich Hebbel kugelt Kasper sich vor Vergnügen darüber, dass die Menschen so sehr am Besitz hängen und macht sich Hebbels Rat zu eigen: "Wirf weg, damit du nicht verlierst! Das ist die beste Lebensregel."

 

 

In der bunten Welt zu Schilda erscheint Kasper in blendendem Weiß und gibt an die in Wahrheit klugen "Schildbürger" den Rat: "Seid närrisch. Und haltet der Welt den Narrenspiegel vor. Erkennt sie sich darin, so ist das Narrenspiel ihr bester Ratgeber."

Ach ja, der Schildbürgerkasper ist wohl eine Lederhaut - er hat nämlich Lederohren!

 

 

Als Jägerbursch, an dessen Kappe allerdings die Schellen klingeln, sorgt Kasper im Spiel "Die Sage vom Freischütz" dafür, dass der Max seine Agathe bekommt. Tausende von Malen hat das fröhliche Stück die Zuschauer entzückt.

 

 

Und noch einmal Kasper mit der Schellenkappe. Diesmal von französischem Tailleur gewandet für das Spiel "Des Kaisers neue Kleider", das in Zusammenarbeit mit Jean Loup Temporal, Paris, inszeniert und in einer gemischten deutsch-französischen Gruppe unter dem Namen "Europäische Puppenspiele" aufgeführt wurde. Kasper sprach aber auch in diesem Falle Deutsch und verstand sich mit seinem französichem Kollegen glänzend.
 

 

In der Narrenkappe geht Kasper gern durch die Welt, insbesondere dann, wenn er in einem Stück wie dem "Puppenspiel von Dr. Faust" auftritt. Er ist in diesem alten spectaculum kräftiger Widerpart der Hölle. Dennoch kann er das "erschröckliche Ende des weitbeschreyten Zauberers" nicht verhindern, weswegen Kasper seiner Gretel am Schluss des Spiels dann auch erklärt: "Ich wollt dem Faust ja gerne helfen; aber der glaubte an gar nichts mehr. Da konnte selbst der Kasper nicht mehr helfen."

 

 

Als entlassener Soldat wandert Kasper durch das Spiel "Der Bärenhäuter" und ist der gute Begleiter und Ratgeber für seine Kameraden, den Titelhelden, um den Teufel zu überlisten und die Braut zu gewinnen.
 

 

Kasper als Knappe indem romantisch-satirischen Spiel "Undine 60", in dem er sogar gepanzert als Ritter erscheint, obgleich er gar nicht kriegerisch gesinnt ist. Er sagt: "Liebe Menschen! Habt bitte keine Angst. Ich sehe zwar aus wie ein Raubritter, bin aber hier im Schloss nur der Empfangs-Chef. Ich fühle mich in meiner Sonntagsnachmittagsuniform gar nicht wohl. Ich muss aber so erscheinen, weil das Protokoll es so verlangt."

 

 

 

 

 

In Dreispitz und Perücke, ganz höfisch, präsentiert sich Kasper in Eichendorffs Puppenspiel "Das Inkognito". Kasper meint:

"Steht mir ganz gut, so ein alter Zopp und so eine Perücke, trotzdem sie, genau genommen, ja nur eine falsche Behauptung ist. Aber ohne diese falsche Behauptung könnte ich meine Rolle nicht spielen. Unser Stück spielt nämlich in Regierungskreisen. Und in denen kann ja mancher seine Rolle nicht ohne falsche Behauptung spielen."

 

 

 

 

 

Im Kabarettprogramm "Kurioses Kaleidoskop" ist Kasper Bühnenarbeiter und Ansager zugleich. Er misst alle Zeiterscheinungen und findet viele maßlos. Mir wenn er die Puppenbühne ausmisst, dann stellt er fest: "Bei den Holzköpfen stimmt´s noch."

 

 

Im Spiel "Höllenspuk auf höchster Ebene" ist Kasper Schornsteinfeger aus Überzeugung, damit er, wie er sagt: "den Leuten aufs Dach steigen - und wenn´s Not tut - ihnen auch mal auf die Köppe spucken kann!"

 

Foto: Jens Welsch

 

Der Kasper, wie ihn heute jedermann aus dem Fernsehen kennt, den gibt es sogar dreimal. Für die Filmaufnahmen wurden zwei Handpuppen und eine Marionette angefertigt.
Quelle der Fotos und Texte, soweit nicht anders angegeben: :

Der) Die) Ein) Hohnsteiner Kasper, Freundeskreis der Hohnsteiner Puppenspiele, Jahresgabe 1966.

Die Aufnahmen machten Freunde der Hohnsteiner Bühnen. Leider lassen sich die Fotografen nicht mehr feststellen.